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Tag 2 von 30 · Woche 1 · Verbindung

Beschreiben Sie, was Sie sehen, dann kommt Ihr Lob auch an

7 Min. Lesezeit

"Gut gemacht." "Kluges Mädchen." "Super!" Die meisten von uns sagen das Dutzende Male am Tag, oft ohne aufzublicken. Es kommt aus Liebe, und in kleinen Mengen schadet es nicht. Aber Kinder lernen schnell, dass es Hintergrundrauschen ist, verteilt fürs Schuheanziehen genauso wie für ein fertiges Bild. Manche fragen irgendwann bei allem, was sie tun: "Ist das gut?" Es gibt eine einfache Veränderung, durch die Lob wirklich ankommt, und sie kostet nichts außer einem Moment Aufmerksamkeit.

Warum es wichtig ist

Lob wirkt am besten, wenn es einem Kind eine Information gibt. Ein allgemeines Urteil wie "Du bist so schlau" sagt dem Kind, wie Sie es bewerten, aber nicht, was es getan hat, das zählte. Eine Beschreibung wie "Du hast jede Antwort noch einmal geprüft, bevor du abgegeben hast" sagt ihm genau, welche Handlung sich gelohnt hat, sodass es sie wiederholen kann. Forschende, die Jahrzehnte an Studien zum Loben ausgewertet haben, darunter Jennifer Henderlong und Mark Lepper, kamen zu dem Schluss, dass Lob die Motivation stärkt, wenn es aufrichtig und konkret ist und sich auf Dinge bezieht, die das Kind selbst beeinflussen kann. Ist es vage, übertrieben oder auf feste Eigenschaften gerichtet, kann es sie untergraben.

Studien von Melissa Kamins und Carol Dweck zeigten, dass kleine Kinder, die für ihre Person gelobt wurden ("Du bist ein braves Mädchen"), sich nach einem späteren Fehler eher wertlos fühlten und aufgaben als Kinder, die für ihr Vorgehen gelobt wurden ("Du hast einen guten Weg gefunden"). Eine weitere Forschungsrichtung unter Leitung von Eddie Brummelman fand heraus, dass übersteigertes Lob ("Das ist unglaublich schön!") bei Kindern, die ohnehin an sich zweifeln, nach hinten losgehen kann: Sie meiden dann neue Herausforderungen, um nicht hinter dem hohen Maßstab zurückzubleiben.

Beschreibendes Lob bewirkt noch etwas Leiseres. Es zeigt Ihrem Kind, dass Sie wirklich hingeschaut haben. In einem Haushalt, in dem alle beschäftigt sind, ist es eine eigene Form von Liebe, genau gesehen zu werden.

Probieren Sie es heute aus

  1. Beschreiben Sie die Handlung, nicht das Kind. Statt "Du bist so ordentlich" lieber "Du hast jedes Auto zurück in die Kiste gelegt und sie unters Bett geschoben." Die Fakten übernehmen das Loben. Den Schluss zieht Ihr Kind selbst: "Ich kann aufräumen."
  2. Benennen Sie die Mühe oder die Strategie. "Du hast die Seite langsam gelesen und bist zurückgegangen, als etwas keinen Sinn ergab" ist hilfreicher als "Tolle Leserin". Es verweist auf etwas, das Ihr Kind wiederholen kann, wenn die nächste Seite schwer ist.
  3. Bemerken Sie das Alltägliche, nicht nur die großen Erfolge. Fangen Sie die kleinen Dinge ein, die sonst unerwähnt bleiben: "Du hast dich angezogen, während ich telefoniert habe, und sogar an die Socken gedacht." Kinder tun meist mehr von dem, was bemerkt wird.
  4. Fassen Sie es in einem Wort zusammen, wenn es passt. Nach der Beschreibung können Sie eine Eigenschaft benennen: "Du hast deinen Bruder zuerst drankommen lassen, obwohl du so gern wolltest. Das ist großzügig." Die Beschreibung macht das Wort glaubwürdig.
  5. Fragen Sie nach der Sicht Ihres Kindes. Bevor Sie ein Bild oder ein Schulprojekt beurteilen, laden Sie es ein: "Erzähl mir von diesem Teil. Wie hast du die Farben ausgesucht?" Sein eigener Stolz zählt mehr als Ihr Urteil.
  6. Bleiben Sie im Ton echt. Sie brauchen keine überschwängliche Stimme. Ein ruhiges, sachliches "Ich habe gesehen, wie viel Mühe du dir gegeben hast" hat oft mehr Gewicht als ein begeisterter Aufschrei.

So kann es klingen

Katrin ist alleinerziehend mit zwei Kindern. Am Dienstagabend kommt sie aus der Dusche und sieht, dass der zehnjährige Jonas seiner vierjährigen Schwester geholfen hat, ihr Puzzle fertigzumachen, und ungefragt den Tisch gedeckt hat.

Normalerweise hätte sie gesagt: "Ach, du bist der Beste." Stattdessen hält sie inne und sagt: "Du hast dich zu Mia gesetzt und sie die Teile selbst finden lassen, auch als sie langsam war. Und du hast die Gabeln und die Wassergläser hingestellt." Jonas zuckt mit den Schultern und versucht, lässig zu wirken. "Sie hat den Himmel immer in die Wiese gelegt." Katrin lacht. "Und du hast es ihr nicht weggenommen. Das war geduldig." Mia will nicht zu kurz kommen und hält ein Teil hoch. "Ich hab die Kuh gemacht!" "Du hast die Kuh gemacht, und du hast sie so lange gedreht, bis sie gepasst hat", sagt Katrin.

Jonas strahlt nicht und hüpft nicht herum. Aber am nächsten Abend sitzt er schon am Puzzletisch, bevor sie fragt. Katrins Worte haben ihm genau gesagt, was ihr wichtig ist, Geduld mit seiner Schwester und stille Hilfe im Haushalt, und ihm ein Bild von sich selbst gegeben, dem er gerecht werden möchte.

Nach Alter

Wenn es schwerfällt

"Es fühlt sich unnatürlich an, als würde ich ein Skript ablesen." In den ersten ein, zwei Wochen wird das so sein. Das ist bei jeder neuen Art zu sprechen so. Beginnen Sie mit nur drei beschreibenden Bemerkungen am Tag und lassen Sie den Rest Ihrer Sprache, wie er ist. Bald ertappen Sie sich dabei, Details zu bemerken, die Ihnen früher entgangen sind, und die Worte kommen von allein.

"Darf ich also nie wieder 'gut gemacht' sagen?" Natürlich dürfen Sie. Spontane Wärme tut Kindern gut. Es geht nicht darum, jedes Wort zu überwachen, sondern mehr genaues Hinsehen hinzuzufügen. Eine Umarmung und ein "Gut gemacht" nach der Schulaufführung sind perfekt; morgen könnten Sie ergänzen: "Du hast so laut gesprochen, dass man dich bis in die letzte Reihe gehört hat."

"Mein Kind tut jetzt alles nur noch für Lob." Hier hilft beschreibendes Lob meist, weil es den Blick von Ihrer Zustimmung auf die Handlung selbst lenkt. Nach und nach können Sie die Bewertung zurückgeben: "Du hast das ganze Modell fertig gebaut. Wie findest du es?" Mit der Zeit beginnt Ihr Kind, seine Arbeit an seinem eigenen Maßstab zu messen.

Häufige Stolperfallen

In einem Satz

Wenn Sie genau beschreiben, was Ihr Kind getan hat, geben Sie ihm den Beweis, dass Sie hingeschaut haben, und ein klares Bild davon, wer es weiter werden kann.

Quellen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder psychologische Beratung. Wenn Sie sich Sorgen um Ihr Kind machen, wenden Sie sich an eine Fachperson.