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Tag 30 von 30 · Abschluss

Ein Blick zurück auf den Monat

7 Min. Lesezeit

Ein Monat ist lang genug, damit sich etwas verändert, und kurz genug, dass Sie es vielleicht gar nicht bemerkt haben. Vielleicht haben Sie in den letzten Wochen mit Ihren Kindern Neues ausprobiert: einen Satz, eine Routine, einen ruhigeren Weg durch den Abend. Manches hat wunderbar funktioniert, manches ist verpufft, und manches hatten Sie am Mittwoch schon wieder vergessen. Oder der Monat ist Ihnen einfach passiert, wie Monate eben passieren, wenn Kinder im Haus sind. So oder so ist jetzt ein guter Moment, innezuhalten, zurückzublicken und zu entscheiden, wie es weitergeht.

Warum es wichtig ist

Die meisten von uns bemerken viel eher, was schiefgelaufen ist, als was gelungen ist. Der Streit mit Geschrei am Dienstag bleibt lebhaft in Erinnerung; das ruhige, schöne Zubettgehen am Donnerstag verblasst. Ohne bewussten Rückblick kommt man leicht zu dem Schluss, dass nichts funktioniert, obwohl in Wahrheit ständig kleine Veränderungen passieren. Reflexion ist kein Selbstlob. Sie ist der Weg, das echte Muster zu erkennen statt nur die lautesten Momente.

Es hilft auch, realistisch zu sehen, wie Veränderung funktioniert. In einer bekannten Studie zur Gewohnheitsbildung begleiteten Phillippa Lally und Kollegen am University College London Menschen, die eine neue tägliche Gewohnheit aufbauen wollten. Im Durchschnitt dauerte es etwa zwei Monate, bis sich das Verhalten automatisch anfühlte, mit einer großen Spannbreite von wenigen Wochen bis zu vielen Monaten, und ein gelegentlich ausgelassener Tag machte den Fortschritt nicht zunichte. Für Eltern ist das beruhigend: Nach einem Monat sind die meisten neuen Gewohnheiten noch zerbrechlich, und das ist normal. Sie brauchen Wiederholung, keine Perfektion.

Schließlich hat der Entwicklungspsychologe Edward Tronick jahrzehntelang Eltern und Babys gefilmt und festgestellt, dass selbst warmherzige, eng verbundene Paare einen Großteil der Zeit nicht im Einklang sind. Sicherheit entsteht nicht dadurch, alles richtig zu machen, sondern dadurch, das Aneinander-vorbei zu bemerken und es zu reparieren, immer wieder. Dasselbe gilt für einen Monat Familienleben. Das Ziel war nie eine makellose Bilanz. Es ist eine Beziehung, die immer wieder zur Verbundenheit zurückfindet, das, was der Kinderarzt und Psychoanalytiker Donald Winnicott eine "hinreichend gute" Mutter oder einen "hinreichend guten" Elternteil nannte.

Probieren Sie es heute aus

  1. Schreiben Sie drei Momente der Nähe auf. Denken Sie an die letzten Wochen zurück und notieren Sie drei konkrete Situationen, in denen Sie sich mit Ihrem Kind verbunden gefühlt haben: ein Lachen beim Abendessen, ein langes Gespräch im Auto, eine Umarmung nach einem schlechten Tag. Werden Sie konkret. Die Details zeigen Ihnen, was diese Momente möglich gemacht hat.
  2. Benennen Sie freundlich eine Sache, die nicht funktioniert hat. Vielleicht ist die neue Abendroutine in sich zusammengefallen, oder Sie haben weiter Vorträge gehalten, obwohl Sie zuhören wollten. Fragen Sie "Was ist mir dazwischengekommen?" statt "Was stimmt nicht mit mir?" Die Antwort lautet meist Müdigkeit, schlechtes Timing oder ein zu großer Plan.
  3. Fragen Sie Ihr Kind nach seiner Sicht. "Was war für dich das Schönste an diesem Monat?" oder bei Jugendlichen: "Ist dir aufgefallen, dass ich in letzter Zeit etwas anders mache?" Die Antworten überraschen oft, und die Frage allein zeigt Ihrem Kind, dass sein Erleben zählt.
  4. Wählen Sie eine Gewohnheit, die Sie behalten, und knüpfen Sie sie an etwas, das Sie ohnehin tun. Nur eine. Zehn Minuten Spielen nach dem Abendessen, "Danke, dass du es mir erzählst", wenn Ihr Teenager sich öffnet, Vorlesen vor dem Lichtausmachen. Die Verknüpfung mit einer bestehenden Routine macht es viel wahrscheinlicher, dass sie bleibt.
  5. Fangen Sie morgen wieder an, mit der einfachsten Idee. Gehen Sie zurück zum Anfang: ein paar Minuten warmherzige, ungeteilte Aufmerksamkeit am Tag, und bauen Sie darauf auf. Beim zweiten Durchgang bemerken Sie Dinge, die Ihnen beim ersten Mal entgangen sind, denn Sie und Ihr Kind haben sich beide verändert.

So kann es klingen

Am Sonntagabend sitzen Katharina und ihr Mann Florian mit ihren Kindern, dem achtjährigen Moritz und der vierzehnjährigen Sophie, am Küchentisch, vor sich einen Teller Toast, um den niemand gebeten hat, von dem aber alle essen. "Wir haben diesen Monat ein paar neue Sachen ausprobiert", sagt Florian. "Was war für euch das Beste?"

Moritz antwortet sofort. "Als du mit mir Drachen gespielt hast und nicht aufs Handy geguckt hast." Sophie zuckt mit den Schultern und sagt dann: "Ehrlich? Dass ihr aufgehört habt, nach den Hausaufgaben zu fragen, sobald ich ins Auto steige." Katharina lacht. "Berechtigt. Und was fandet ihr nicht gut?" Moritz überlegt. "Als Papa gesagt hat, wir machen den Plan, und es dann vergessen hat." Florian hebt die Hände. "Schuldig. Wollen wir es noch mal probieren, aber kleiner?"

Katharina schreibt drei Dinge auf die Rückseite eines Briefumschlags: Drachen, keine Hausaufgabenfragen im Auto, ein kleinerer Plan. Es funktioniert, weil die Familie aus einem Monat voller Mühe eine gemeinsame Geschichte gemacht hat. Die Kinder haben gehört, dass ihre Meinung mitbestimmt, wie es weitergeht, und die Eltern gehen mit einer kurzen, ehrlichen Liste hinaus statt mit dem vagen Gefühl, zu versagen.

Nach Alter

Wenn es schwerfällt

"Ich habe nichts davon geschafft." Dann fangen Sie genau dort an, ohne zu urteilen. Das Leben mit Kindern ist voll und unvorhersehbar. Wählen Sie die kleinste Idee, an die Sie sich erinnern, und probieren Sie sie diese Woche einmal aus. Eine kleine, wiederholte Handlung schlägt einen perfekten Plan, der nie begonnen wird.

"Es ist schlimmer als am Anfang." Veränderung fühlt sich manchmal erst chaotischer an, bevor sie sich besser anfühlt, besonders wenn Kinder neue Grenzen testen. Achten Sie auf kleine Zeichen, nicht auf eine komplette Wende. Fühlen Sie sich festgefahren, überfordert oder machen Sie sich Sorgen um das Wohlergehen Ihres Kindes, sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin, Ihrem Kinderarzt, Ihrer Hausarztpraxis oder einer Beratungsstelle.

"Reflexion fühlt sich nach Nabelschau an." Sie braucht nur zehn Minuten und einen Zettel. Betrachten Sie sie als kurze Standortbestimmung, wie Sie sie auch bei der Arbeit machen würden, für das wichtigste Projekt, das Sie haben.

Häufige Stolperfallen

In einem Satz

Blicken Sie freundlich zurück, behalten Sie eine Gewohnheit und fangen Sie wieder an, denn gutes Elternsein entsteht aus kleinen, wiederholten Anfängen.

Quellen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder psychologische Beratung. Wenn Sie sich Sorgen um Ihr Kind machen, wenden Sie sich an eine Fachperson.